Cyber-Maginot Line ?

Cyber-Maginot Line ?

Cyber-Maginot Line ? 626 634 digiVolution

Nach einer Pause freuen wir uns, Ihnen unsere 101. dV-News (10-2024) mit einer Auswahl an Artikeln und Links  zukommen zu lassen.

Die Lehren aus der Geschichte der Maginot-Linie

Die Überlegungen zu dieser 101. Ausgabe wurden durch die Lektüre eines Artikels über die Maginot-Linie angeregt. Die in den 1930er Jahren von Frankreich errichtete Festungslinie sollte das Land vor einer deutschen Invasion schützen. Sie erstreckte sich über rund 700 km von der Schweizer Grenze bis nach Belgien und bestand aus einer Reihe von Festungen und Hindernissen, die jeden Angreifer abhalten sollten und die auf Lehren aus dem Ersten Weltkrieg basierten.

1940 umging die Wehrmacht diese Verteidigungslinie, indem sie in Belgien einmarschierte und die Ardennen durchquerte, ein Gebiet, das die französischen Strategen als unpassierbar für Panzer erachteten. Obwohl Frankreich glaubte, über die beste Armee zu verfügen, kapitulierte es innerhalb von sechs Wochen. Die Maginot-Linie, das Symbol einer statischen Strategie, erwies sich als nutzlos.

Der Ritter in Rüstung im Bild unten widerspiegelt diesen anhaltenden Glauben an die Stärke einer Festung, die von einem «Eisernen Wächter» beschützt wird. Das Buch von Cohen & Gooch, «Military Misfortunes – The Anatomy of Failure in War», erinnert an einige der grössten Fehlschläge von Verteidigungsstrategien, die auf ungeeigneten und/oder veralteten Konzepten basieren. Die Maginot-Linie war ein Desaster, das von einem französischen Oberkommando zu verantworten war, das nicht auf die Warnungen seiner Nachrichtendienste hören wollte, die eigentlich richtig lagen.

In jedem unserer Posts berichten wir über Fakten, die zusammengenommen zeigen, dass wir im Cybersicherheitsbereich dazu tendieren, gegen die Wand zu fahren. Dies ist auch die Botschaft, die viele namhaften Experten vermitteln. Unsere Verteidigung im Cyberraum ähnelt jenes Frankreichs im Jahr 1940: Eine statische Linie und ein Management, das beharrlich Warnungen ignoriert, während die Beschleunigung der technologischen Entwicklungen durch KI und mit Quantencomputer noch verschärft wird. Und ja, das kostet.

Unsere Empfehlung ist einfach: Wir müssen das «Maginot-Syndrom» überwinden und DIE SICHERHEIT DER GESELLSCHAFT IM ZEITALTER DER DIGITALEN MUTATION NEU DENKEN.

Angesichts der vielen Variablen, die in die Gleichung einfliessen, muss diese Erkenntnis auf der Ebene der Sicherheitspolitik des Staates und der Unternehmen erfolgen, nicht auf der Ebene der Technik, die ein Mittel und kein Ziel an sich ist. Wenn man von Cyber spricht, darf man nicht mehr an «Informatik», sondern «geschäftlich und systemisch» denken. Ist damit ein Konzept wie das israelische  Cyber Dome eine gangbare Antwort oder ein hoffnungsloser Versuch in einer aussichtslosen Zermürbungslogik?

Man kann Elon Musk mögen oder nicht, aber er ist sicherlich einer der am besten informierten Menschen in diesen Fragen. Wenn er davon spricht, dass die KI schneller und schlauer als der Mensch werden könnte, wäre es nicht sinnvoll, die Tragweite dieser Veränderung zu studieren?

Bleiben wir aber fair gegen-über der Schweiz, denn an diesen Fragen wird gearbeitet. Im Vergleich zu den Herausforderungen der digitalen Mutation (siehe die Rubrik AKTUELLES) sind wir jedoch zu langsam und mit unzureichenden Ressourcen.

Musk sagt ausserdem, dass die Fortschritte in der KI  früher durch die Verfügbarkeit von Chips begrenzt waren, heute allerdings  durch den  Stromverfügbarkeit. Hat die Schweizer Energiestrategie 2050 die Unersättlichkeit der KI vorhergesehen?

All dies suggeriert durch Betonmauern, die vor fast 100 Jahren errichtet wurden!


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BOOKS & REPORTS

Dies ist eine Liste relevanter Bücher und Publikationen, auf die wir bei unseren Recher-chen der letzten Wochen gestossen sind. Sie finden sie auf dVPedia unter dVLibrary.

NEWS

XPLAIN – So… die Berichte wurden veröffentlicht. Schliessen wir dieses Traktandum. Wirklich? Das grösste Risiko besteht nun darin, den Fall zu ad Acta zu legen, obwohl die Fakten ernst und beunruhigend sind und potenziell alle Organisationen und Unternehmen betreffen: Die Mängel betreffen Prozesse, Technik und Menschen. Der Bericht zeigt auf, wie wenig der Begriff «Sicherheit der Lieferkette» verstanden wird, wie sehr die Bedrohungen unterschätzt werden und dass die Sicherheitsmassnahmen generell unzureichend sind. Und blindes Vertrauen ist keine Cybersicherheitsstrategie.

BACS (Bundesamt für Cybersicherheit) – Liebe Leserinnen und Leser, lesen Sie bitte das einleitende Kapitel der neuen Strategie des BACS. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Cybersicherheit in unserem Land ist KATASTROPHAL Danke an das BACS für seine Offenheit. Wie die halbjährlichen Zahlen zeigen, verschlechtert sich die Situation sogar kontinuierlich. • Unsere Fähigkeit (Staat, Unternehmen, Privatpersonen), sich an den technologischen Wandel anzupassen, ist geringer als die der Cyberbösewichte. • Wie im Fall XPLAIN gezeigt, schwankt die Schweiz zwischen «Ungehorsam» und «Inkompetenz».   • Obwohl der Cyberraum zusammen mit der Stromversorgung die beiden vitalen Elemente unserer digitalen Gesellschaft darstellen, sind die Ressourcen zu deren Schutz noch immer völlig unzureichend (inkl. im BACS; siehe unseren Newsletter 94). Wie hoch muss der Schaden sein, damit die Schweiz die Herausforderungen erkennt und ihnen gewachsen ist?

Morane – Wie Sébastien Fanti schrieb: «Erschüttert sein. Schreien. Den Schaum vor dem Mund haben. Gegen die Autoren. Gegen die, die nichts tun. Oder so wenig».  Wie konnte es so weit kommen, dass sich eine junge Frau aufgrund von Belästigung das Leben nimmt? Einfach durch Nachlässigkeit, weil unsere Gesellschaft nicht stark genug eingreifen will, um solche Taten zu stoppen. Ja, Belästigung ist tödlich und Romane ist nicht die Einzige! Ein weiteres Beispiel, das die Diskrepanz zwischen den kriminellen Praktiken und den Reaktionen der Gesellschaft aufzeigt. Schützen wir unsere Kinder und unterstützen wir die Morane Assoziation! 

O sole mio! – Im Rahmen des ganzheitlichen und systemischen Ansatzes von digiVolution werden die Risiken von Sonnenstürmen immer wieder thematisiert. Nachdem wir uns über das Schauspiel der bo-realen Aurora bewundert haben, ist es höchste Zeit, über die Risiken zu sprechen, die mit diesem Phänomen verbunden sind. Glücklicherweise haben die Medien damit begonnen. Aber was kommt danach? Denn die Folgen könnten für unsere Zivilisation, die auf ihre IT-Infrastruktur und Elektrizität angewiesen ist, verheerend sein. Werden Massnahmen ergriffen?  Welche? Wo?

Aurora borealis, Mont Vully, 11.05.2024 – Courtesy Isabel Streit – https://isasastroatelier.ch/

Das war’s für diese 101. Ausgabe. Wir hoffen, dass Sie wieder inspiriert wurden. Wir wünschen Ihnen viele lehrreiche Erkenntnisse mit den ausgewählten Artikeln und Links (eine lange Liste für einen ganzen abgelaufenen Monat) und sehen uns in zwei Wochen wieder.


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